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Ein Wissenschaftler argumentiert, warum Fleischproduktion unser Überleben gefährdet:
Fleisch ist Klimakiller Nr.1
Bei uns wird deutlich mehr Fleisch und Wurst konsumiert, als aus ernährungswissenschaftlicher
Sicht vertretbar ist. Dies schadet nicht nur unserer Gesundheit und unzähligen Tieren,
sondern die Tierproduktion ist auch die größte von Menschen verursachte Belastung für das
Klima. Obwohl öffentlich viel über den Klimawandel und Maßnahmen dagegen diskutiert wird, bleibt
gerade der Konsum von Tierprodukten wie Fleisch, Milch und Eiern meist gänzlich
unberücksichtigt. Kaum jemand ahnt, dass Fleisch Klimakiller Nr. 1 ist. Dies zeigt auch eine
Umfrage unter Passanten auf einer Wiener Einkaufsstraße von Anfang November 2009.
Das internationale Dilemma
Am Klimagipfel in Kopenhagen werden ab 7. Dezember 2009 die Volksvertreter zahlreicher
Nationen darüber beraten, auf welche Strategie gesetzt werden soll, um dem Klimawandel
entgegen zu wirken. In der öffentlichen Diskussion herrschen bisher Sorgen um den Verkehr
und unseren Bedarf an Heizenergie und Strom vor. Dabei beeinflussen diese Faktoren den
Klimawandel deutlich weniger als unsere Ernährung.
Um über eine Konzentration auf Verkehr und Energiewirtschaft auch nur annähernd ausreichend
klimawirksame Maßnahmen setzen zu können, sind große Investitionen in neue Technologien und
Strukturen nötig. Experten schlagen bereits jetzt Alarm, weil die einzelnen Nationen
erbarmungslos um die Aufteilung der Anpassungskosten feilschen. Keine Nation möchte mehr
als andere für Klimaanpassungsmaßnahmen ausgeben, weil diese Investitionen nicht für die
Förderung des Wirtschaftswachstums zu Verfügung stehen würden. Entwicklungsländer
argumentieren, dass ihnen - im Gegensatz zu reichen Ländern - das nötige Geld für
Anpassungsmaßnahmen fehlen würde. Reiche Länder kontern, dass die größte Klimaschädigung
von Entwicklungsländern ausgehen würde, und es daher nötig wäre, dass vor allem dort die
größten Maßnahmen zugesichert werden. Ausgehend von den Positionen der nationalen
Konferenz-Sprecher scheint somit die ursprünglich geplante Einigung auf einen
international bindenden Vertrag unerreichbar.
Selbstverständlich ist es sinnvoll, in allen Aspekten unseres Lebensstils die Auswirkungen
unserer Praktiken zu berücksichtigen. Allerdings ist es höchst unvernünftig, gerade die
wirkungsvollste Maßnahme gegen den Klimawandel zu ignorieren: Unser Fleischkonsum macht
nicht nur den Großteil des von Menschen verursachten Treibhauseffekts aus, sondern seine
Reduktion kann - im Gegensatz zu anderen Maßnahmen - ganz ohne Investitionen in teure neue
Technologien erfolgen.
Qualität kennzeichnen und unkluge Förderungen einsparen
Höchst effektiver Klimaschutz über die Optimierung unserer Nahrungsproduktion und
Ernährungsgewohnheiten spart, im Gegensatz zu den meisten anderen deutlich weniger
effektiven Klimaschutzmaßnahmen, sogar hohe Kosten ein:
Wir müssen nur auf die teure, wettbewerbsverzerrende Förderung von Tierprodukten
verzichten und tierfreundlichere Haltungsbedingungen verpflichtend und unmissverständlich
kontrollieren und kennzeichnen. Damit können Konsumenten beim Einkauf unterschiedliche
Qualitätsstandards zuverlässig erkennen. Anders ist es schließlich selbst beim besten
Willen nicht möglich, höhere Qualität zu bevorzugen. Da eine bessere Haltung auch mehr
Arbeitsaufwand bedeutet, entstehen so zusätzliche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.
Die ohnehin in viel zu hohem Ausmaß konsumierten Tierprodukte werden damit zwar teurer,
aber auch besser. Damit werden Obst, Gemüse und Getreide im Preisvergleich wieder
attraktiver, und uns wird damit eine gesündere Ernährung leichter gemacht. Gesündere
Menschen entlasten auch unsere Krankenkassen. Weniger Kranke können mit der selben Menge
an Geld wesentlich besser versorgt werden.
Auf diesem Weg können wir nicht nur den Klimawandel bremsen, unseren Staatshaushalt
schonen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Wir können obendrein unzähligen Tieren
ersparen, ohne jede Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Empfindungen maschinell verarbeitet
zu werden.
Die Fakten Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) hat im
November 2006 eine Studie zu den wichtigsten Faktoren der von Menschen verursachten
Treibhausemissionen veröffentlicht. Diese Studie ist die anerkannte Referenz, auf die
auch alle anderen renommierten Studien seither verweisen. Bereits darin wird die
Tierproduktion mit 18 Prozent noch vor dem Verkehr als größter Emissionsfaktor genannt.
Die FAO berücksichtigt Emissionen von Treibhausgasen aus der Tierhaltung und dem
Futtermittelanbau wie CO2, Methan und Lachgas. Auch Emissionen aus Brandrodungen für
Weideland und Futtermittelanbau werden großteils mitberechnet. Das Potential der durch
die Fleischproduktionen verlorenen Wälder, CO2 zu binden und das Klima zu stabilisieren,
findet bei der FAO hingegen keine Berücksichtigung. Allerdings werden 70 Prozent der
gerodeten Regenwaldflächen für Weiden und die Produktion von Nutztierfutter eingesetzt.
30 bis 50 Prozent der weltweiten Getreideernte und 80 Prozent der Welt-Sojaernte wird an
Tiere verfüttert.
Das World Watch Institute hat im November 2009 als Reaktion darauf ebenfalls eine Studie
veröffentlicht, um die von der FAO nicht erfassten Faktoren zu integrieren. Wenn es nach
dieser Studie geht, ist die Tierproduktion sogar für 51 Prozent des vom Menschen
verursachten Klimaeffekts verantwortlich.
In einer im Februar 2009 veröffentlichen Studie, die das Problem nicht nur von der
Emissionsseite her betrachtet, kommt die Netherlands Environmental Assessment Agency (PBL)
zu dem Ergebnis, dass uns der Klimawandel bis zum Jahr 2050 Vierzig Billionen
(40.000.000.000.000) Dollar kosten wird. Bis zu 80 Prozent dieser Kosten
(also 32 Billionen Dollar) würden gar nicht erst entstehen, wenn wir unseren Konsum
von Fleisch, Milch und Eiern reduzieren. Um sich unter dieser astronomischen Summe
etwas vorstellen zu können: Mit diesem Geld könnten zum Beispiel mehr als 200 Millionen
Einfamilienhäuser zu je 150.000 US$ gebaut werden - ein neues Haus für alle Menschen
in Europa, Russland, Australien und Kanada zusammen!
Weniger Fleisch zu essen, hilft dem Klima mehr als alles andere!
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